Aus der Pressemitteilung:

Vor über 20 Jahren wurde Johannes Baerlap erstmals in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht und diagnostiziert. Mittlerweile hat der 45jährige verschiedene literarische Arbeiten über sein Leben mit der Schizophrenie verfasst und im Selbstverlag herausgegeben.

Ein Schiff, die Narren und die Rose mit dem Schwert

„Ein Schiff, die Narren und die Rose mit dem Schwert“ heißt einer der Bände, welcher verschiedene Hauptwerke Baerlaps versammelt. Den Aufklang macht die gleichnamige Erzählung, wo der Autor über einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik in Deutschland Ende der 90er Jahre berichtet. Auf eindrucksvolle Weise vermittelt er hier einen faszinierenden Einblick in sein Innenleben, das von Träumen, Sehnsüchten, aber auch handfesten Wahnvorstellungen und Paranoia beherrscht ist. Die blinde Ärztin Dr. Stilleseen wird für ihn zu einem Anker und einer Hoffnung in der oft kalten, manchmal menschenverachtenden Welt der klinischen Psychiatrie, und es zeigt sich, dass eine Behinderung nicht nur behindern muss, sondern auch bereichern kann.

Jüngeren Datums ist das folgende Theaterstück „Echnaton“. Der Patient Echnaton – er heißt so, weil er sich für den reinkarnierten gleichnamigen Pharao hält – kommt auf die geschlossene Station. Dort wird er mit Psychopharmaka sediert, weil er scheinbar Selbstgespräche führt, tatsächlich aber mit seiner ebenfalls reinkarnierten Tochter Meritaton zu telepathieren glaubt. Johannes Baerlap zeigt hier mit einer gehörigen Portion Insider-Humor, dass auch und gerade diejenigen, die sich um die Kranken kümmern sollen, die Pfleger, Ärzte und Therapeuten, die eigentlich Schizophrenen und Gewalttätigen sind, während Menschlichkeit, Mitgefühl und Liebe allein von den vermeintlich Verrückten ausgehen, Patienten wie dem ewigen Schnorrer Wompepi oder Lars-Ulrich, der aus Verzweiflung einen Selbstmordversuch unternimmt.

Ein Frühwerk Baerlaps, die fantastische Erzählung „Agzag Mabûl“, „Gespräche mit Anchesenamun“, ein Versuch in automatischem Schreiben, sowie ein Essay über psychische Erkrankung und Religion runden den Band ab.

Auf ewig

Daneben ist von Johannes Baerlap auch der Kurzprosaband „Auf ewig“ erschienen. Er vereinigt kleinere Lesestücke und Gedichte, die vornehmlich in den Jahren um das Millennium entstanden sind und unterschiedliche Themen und Lebenssituationen behandeln, häufig in autobiographischer Form. Deutlich zeigt sich hier der Einfluss von Autoren wie Franz Kafka und Wolfgang Borchert, mit denen Baerlap sowohl in Art als auch Umfang seines Werkes durchaus zu vergleichen ist.